Eine Ausstellung erschließt sich häufig erst durch eine Führung. Unsere Führungen werden bewusst dialogisch gestaltet. Die Referenten suchen den intensiven Austausch mit der Gruppe und vermitteln Wissen im gemeinsamen Gespräch. Die Erfahrungen und das Wissen der Schüler sind ebenso gefragt wie ihre Eindrücke und Empfindungen zur präsentierten und inszenierten Geschichte. Zusätzlich gestalten wir die Führung durch Medien und nutzen zeitgenössische Wochenschauberichte sowie Interviews mit Willy Brandt. Schwerpunktführungen (siehe F2-F6) bieten sich an, wenn ein Thema in größerem Rahmen zuvor in der Schule behandelt wurde oder wenn dies geplant ist.
- In der Gruppe eine Ausstellung erfahren. Unsere Führungsangebote
- Überblicksführung zur Willy-Brandt-Ausstellung
- Schwerpunktführung: Kindheit und Jugend
- Schwerpunktführung: Willy Brandt im Exil
- Schwerpunktführung: Willy Brandts neue Ostpolitik
- Schwerpunktführung: Innen- und Außenpolitik in der Ära Brandt
- Schwerpunktführung: Medien und Politik
Diese Führung bietet einen Streifzug durch das gesamte Leben und Wirken Willy Brandts – von seiner Jugend im Lübeck der Weimarer Republik über seine Jahre im skandinavischen Exil und seinen Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime, seinen Kampf als Berliner Bürgermeister um die Freiheit der Stadt, seinen Einsatz als Bundeskanzler für Reformen und eine neue Ost- und Deutschlandpolitik bis hin zu seinem Engagement in späteren Jahren für die „Eine Welt“. Die Schüler erfahren hierbei nicht nur viel über die Person Willy Brandt, sondern auch über die politische Geschichte Deutschlands und Europas im 20. Jahrhundert, die Brandt miterlebt und maßgeblich mitgestaltet hat.
Dass Lübeck vor hundert Jahren nicht nur eine Stadt der wohlhabenden Bürger, sondern auch eine Industrie- und Hafenstadt war, zeigt ein Blick auf die Kindheit und Jugend Willy Brandts. Da ihm das Schulgeld erlassen wurde, konnte er als Arbeiterkind das Gymnasium Johanneum besuchen und gewann so Einblicke in die bürgerliche Welt. Was bedeutete es damals, ein nichtehelich geborenes Kind einer Arbeiterin zu sein? Was machte ein Arbeiterkind in seiner Freizeit und wie sah sein politisches Engagement aus? In dieser Führung zeigen wir, was dem jungen Herbert Frahm verwehrt wurde und was ihn prägte.
Als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht gelangten, musste der engagierte, erst 19 Jahre alte Sozialist aus der Heimat fliehen. Von seiner Arbeit im politischen Widerstand zeugen Geheimschriften, Tarnbriefe und Reisen durch halb Europa. Was bedeutete der Verlust der Heimat? Was war die Besonderheit des skandinavischen Exils und wie fand Brandt sich dort zurecht? Welchen Einfluss konnte er auf den Widerstand zuhause ausüben? Und schließlich: Was war das für ein Mensch, der nach dem Krieg nach Deutschland zurückkehrte?
In dieser Führung erfahren Schüler kompakt die Hintergründe und Folgen des Mauerbaus und der deutschen Teilung, der schrittweisen Annäherung der beiden deutschen Staaten, des Mauerfalls und der Wiedervereinigung. Welche Rolle spielte Brandts neue Ostpolitik langfristig für die Einheit Deutschlands? „Durfte Brandt knien?“ fragte "Der Spiegel" 1970 zu seiner Geste vor dem Denkmal für die Helden des Warschauer Ghettoaufstandes. Was damals umstritten war und auch heftige Reaktionen hervorrief, ist heute Geschichte, aber die Verbrechen der Kriegs- und Nachkriegszeit werden uns weiter beschäftigen.
„Mehr Demokratie wagen“ versprach Willy Brandt 1969. Damit weckte er große Erwartungen. Die sozial - liberale Koalition wurde insbesondere von vielen jungen Menschen als Befreiung aus erstarrten Verhältnissen erlebt. Außenpolitisch waren es die Ostverträge sowie der Beitritt zur UNO, die Position und Ansehen der Bundesrepublik Deutschland veränderten. An die deutsche Bevölkerung wie an die europäischen Nachbarn sandte Brandt das Signal: „Wir wollen ein Volk der guten Nachbarn sein und werden im Innern und nach außen.“ Was die größten Erfolge dieser Regierung waren und wo sie ihre Ziele nicht durchsetzen konnte, sind Fragen, denen wir in dieser Führung nachgehen wollen.
Medien machen Politik – Politiker nutzen Medien, so war es schon in der Antike. Im 20. Jahrhundert geben die rasante Entwicklung der Technik und die allgemeine Verfügbarkeit den Medien jedoch ein neues Gewicht. Aber auch die Politiker wissen um die Bedeutung der „medialen Präsenz“, das eigene Bild in der Öffentlichkeit wird immer wichtiger. Willy Brandt suchte den Kontakt zu Journalisten, und man bezeichnete ihn als den ersten Medienkanzler. Gleichzeitig wurde kaum ein Politiker publizistisch so diffamiert wie Brandt. Das Thema „Macht und Medien“ lässt sich an seinem Beispiel besonders anschaulich erarbeiten.
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